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Umweltfreundliche Produkte fördern und versteckte Folgekosten vermeiden: Die Lebenszykluskostenrechnung

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Wirtschaftlichkeit und Umweltschutz gehen oft Hand in Hand: ein niedriger Energieverbrauch schont in der Regel nicht nur die Umwelt, sondern auch die Finanzen der Auftraggeber und der Allgemeinheit. Im Fall des Bestbieterprinzips kann die Ermittlung der Bieter mit den technisch und wirtschaftlich günstigsten Angeboten, also ein Angebot mit dem besten Preis-Leistungs-Verhältnis, entweder anhand von festgelegten Zuschlagskriterien oder anhand eines Kostenmodells erfolgen. Die Lebenszykluskostenrechnung stellt ein derartiges Kostenmodell dar. Diese kann – ganz oder teilweise – sämtliche Kosten der Leistungserbringung (wie bspw. Nutzungskosten, Energieverbrauch, Kosten von Recycling, Wartung oder Treibhausgasemissionen) umfassen.

Alle Kosten im Blick: Von der Rohstoffbeschaffung bis hin zum Recycling

Lebenszykluskosten entstehen während der gesamten Lebensdauer einer Ware, eines Bauwerks oder einer Dienstleistung. Sie erfassen alle Kosten von der Beschaffung der Rohstoffe oder der Erzeugung von Ressourcen bis hin zu Entsorgung, Aufräumarbeiten und Beendigung der Dienstleistung oder der Nutzung. Als Lebenszyklus definiert das BVergG alle aufeinander folgenden oder miteinander verbundenen Stadien, einschließlich

Die Kostenelemente einer Lebenszykluskostenrechnung

Die Lebenszykluskostenrechnung ("life-cycle costing" oder "LCC") kann folgende Kosten umfassen:

Die Auswahl eines bestimmten Lebenszykluskostenmodells und der zu berücksichtigenden Kostenelemente obliegt dem Auftraggeber. Dabei kann er auf bereits existierende Modelle zurückgreifen oder ein eigenes Modell entwickeln. Die Modelle zur Kostenermittlung müssen u.a. auf objektiven und nicht diskriminierenden Kriterien beruhen, frei zugänglich sein und der für die Unternehmer erforderliche Aufwand muss vertretbar sein. Bei erprobten Modellen gilt die Vermutung, dass sie diese Kriterien erfüllen. Neben den Anschaffungs-, Herstellungs- oder Errichtungskosten müssen die Modelle auch weitere in Geld bestimmte Kostenelemente berücksichtigen, da es sich sonst um eine Beschaffung nach dem Billigstbieterprinzip handeln würde. Auftraggeber müssen in der Ausschreibung bekanntgeben , welches Modell gewählt wurde, welche Daten die Bieter bereitstellen müssen und welche Kosten berücksichtigt werden.

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